Videospiele? Sport? Beides zusammen?
“Quark ist das, beim Zocken will ich entspannen”, höre ich da aus der einen Ecke? “Sport? Erinner mich bloß nich an mein Gewicht…” aus einer Anderen?
Ihr kennt die Klischees … Zocker, beziehungsweise Computernerds, sind (1) entweder dürr wie eine Bohnenstange oder ziemlich dick, (2) haben Pickel, (3) ernähren sich hauptsächlich von Junkfood, (4) kommen selten ans Licht und sind dementsprechend blaß, (5) kennen die meisten ihrer “Freunde” nur aus dem Internet und (6) treiben wenig bis gar kein Sport.
Dass die Punkte 1, 2 und 5 weitestgehend Bullshit sind, dürften die meisten Menschen, Angehörige gewisser vorurteilsbehafteter Interessengruppen und BILD-Zeitungsleser ausgenommen, mittlerweile wissen. Da ungesunde Ernährung momentan voll im Trend zu liegen scheint, brauchen wir auf Punkt drei nicht eingehen, die vornehme Blässe hat, das behaupte ich jetzt einfach mal arrogant, etwas Aristokratisches an sich.
Bleibt die Unsportlichkeit.
Mit der scheint der Nintendo Wii nach neuesten Berichten ordentlich aufzuräumen.

Schweißtreibend: Wii Tennis.
So berichtet etwa das Wall Street Journal:
Die neue Konsole gewann Höchstnoten bei Kritikern und Fans und war in vielen Geschäften schnell ausverkauft. Nach längerer Spielzeit merkten manche Spieler allerdings schnell, dass stundenlanges Herumschwingen des Controllers eine ziemliche Belastung bedeuten und zu Schmerzen führen kann, die man eher von ‘normalen’ Training kennt. Es wurde bereits von Rückenschmerzen, verspannten Schultern und einem Phänomen, das manche auf den Namen “Wii-Arm” (in Analogie zum Tennisarm) getauft haben, berichtet. – frei übersetzt aus dem Artikel im Wall Street Journal
Seit dem Erscheinen des Wii sind nun mittlerweile neun Tage ins Land gegangen und viele Spieler merken langsam, dass beherztes Durch-die-Gegend-Schwingen des Controllers von der Anstrengung her mit dem bißchen Knöpfchendrücken der vorigen Konsolengeneration nicht zu vergleichen ist. “Das ist anstrengender als Basketball spielen”, tönt es von der einen Seite. “Nach anderthalb Stunden Wii-Boxen war ich schweißgebadet und mußte erstmal duschen gehen. Am nächsten Tag hatte ich (wegen der Muskelschmerzen) Probleme, überhaupt mein Hemd anzuziehen.”, aus der Anderen.
Die Antwort von Nintendo?
“Wenn man nach dem Spielen Muskelschmerzen spürt, benötigt man eventuell einfach mehr Training.” … nett. Und läut im Wesentlichen auf “macht mal was und bringt eure faulen Ärsche häufiger in Bewegung” hinaus. Die Kollegen von US-Gizmodo kommentieren das ziemlich treffend:
Wow, how’s that for motivation. You know you’re out of shape when a Nintendo PR rep tells you to hit the gym. The rep also said that the Wii is not Jenny Craig (Anm.d.Red.: Jenny Craig ist ein amerikanisches Diät Programm, vergleichbar mit Weight Watchers) and should not be viewed as such. Ouch. So what do the Gizmodo faithful have to say about this? Assuming you’ve even gotten your hands on a Wii (gold star for you!), is all that flailing a bit much? I doubt Nintendo expected its core audience to be made up of a bunch of Mr. Universes.
Weise gesprochen.
Bleibt nur noch abzuwarten, bis der erste Depp es schafft, sich tatsächlich ernsthaft zu verletzen und Nintendo in Folge auf mehrere Milliönchen zu verklagen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man es schließlich vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen.
Mit dem richtigen Anwalt.
Mehr zum Thema:
[gizmodo] – Nintendo Says You Need To Be In Shape To Play The Wii
[Wall Street Journal] – A Wii Workout: When Videogames Hurt
[cnet|blogma] – Will the ‘Wii workout’ cure couch potato-itis?







Es ist ja z.B schon passiert, dass Wii-Controller durchs Zimmer flogen
Ich freue mich auch darauf…ab dem 7.12 fliegen auch meine Kontroller im Wohnzimmer…..;)
Toller Artikel, ihren Blog kann man wirklich weiterempfehlen.
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