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Nokia N80 unter der Lupe – der Promago Härtetest

19 September 2006 View Comments

Das Nokia N80 genoss vor der Veröffentlichung bei vielen Mobilfunkjunkies einen extrem hohen Stellenwert und wurde heiß erwartet. Als Allroundgenie angekündigt, sollte es sowohl ein hervorragendes Handy, aber auch ein vollwertiges Smartphone sein, welches einem jegliche Organizerfunktionen zur Verfügung stellen sollte. Dieses schmucke Gerät müssen wir uns anschauen, sagten wir zu uns selbst und scheuten erneut keine Kosten und Mühen, um das mobile Wunderwerk im Promago-Härtetest auf Herz und Nieren zu prüfen und mal hinter die Fassade des beeindruckenden Datenblattes zu sehen und praktisch herauszufinden, ob eines der renommiertesten Modelle der Nokia N-Serie seine Lorbeeren auch verdient hat, oder der Schein trügt und das N80 nur auf den ersten Blick nach Vollkommenheit schreit.

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Kompaktes Smartphone und extravagantes Handy in einem Gerät!

Es war einmal…

Nachdem am frühen Morgen der Postbote mich aus dem Reich der Träume gerissen hat, öffnete ich ihm verschlafen die Tür und setzte mit mürrischer Grimasse eine Unterschrift auf sein pseudomodernes Signiergerät, welche jedoch durch den miserablen Touchscreen eher dem Gekritzel eines Fünfjährigen glich. Obwohl er ganz genau wusste, dass er mich aus meinem Schönheitsschlaf gerissen hatte, drückte er mir grinsend das unscheinbare Päckchen in die Hand und verabschiedete sich mit einem Unterton, der seine Schadenfreude nicht verbergen konnte. Die Post ist wirklich nicht mehr das, was sie einmal war!

Doch all dies hat im Grunde genommen nichts mit dem Artikel zu tun, sondern eher mit meinem Vorrecht auf friedliche Nachtruhe, die in meiner Welt auch noch um 10 Uhr morgens gilt. Ironischerweise schlummerte der Protagonist dieses Artikels wohl behütet im Päckchen. Da ich nun aufgrund meines Schlafdefizits gereizt war, packte ich die Verpackung und riss sie in Hulk-artiger Rage auf, um daraufhin, wieder beruhigt, mit einem Lächeln vor der Box des N80 zu sitzen und das Telefon sanft aus seiner Wiege zu heben.

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Elegantes Slider-Handy mit finnischem Charme!

Neben dem Gerät selbst finden sich im Verpackungsinhalt eine extrem ausführliche Bedienungsanleitung, eine CD-Rom mit dem Nokia PC-Suite Programm zur Kommunikation mit einem Rechner, das dafür erforderliche USB-Kabel, ein Headset mit recht anständigen Kopfhörern, ein Netzadapter, ein Adapter zum Anschluss von gewöhnlichen 3,5mm-Klinken-Kopfhörern, ein Mikrofasertuch zur Reinigung, ein Handstrap und kleinere Flyer und Kurzanleitungen für die ersten Schritte mit dem N80. Außerdem spendierte Nokia eine miniSD Karte mit 128MB Speicher, die den integrierten Speicher von rund 32MB erweitern soll.

Der Ersteindruck des N80 ist famos. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen und optisch gesehen ist das Gerät zumindest von vorne und hinten ein echter Leckerbissen. Die seitliche Perspektive ist nicht ganz das Gelbe vom Ei, da sie offenbart, dass es sich beim N80 um einen ordentlichen Brocken handelt, der bei einem Gewicht von 134 Gramm beim Transport deutlich spürbar ist, wobei die Handlichkeit dadurch kein Stück leidet. Unter den Smartphones stellt das N80 dennoch ein Leichtgewicht und Formwunder dar, ist es doch sehr kompakt und benutzerfreundlich gestaltet.

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Digicam, Musikplayer und Organizer – das N80 hat eine Menge auf dem Kasten!

Dieses Mal wollen wir uns gar nicht so sehr auf die Funktionen stürzen, da es einfach das Pensum unseres Artikelumfanges sprengen würde und man einen ganzen Roman aus diesem Test entwickeln könnte. Soviel sei gesagt: das Gerät verfügt über alle erdenklichen Schnittstellen, inklusive dem pfeilschnellen W-LAN mit sagenhaften 54MBit pro Sekunde des Standards 802.11g – perfekt für das mobile Surfen! Doch auch UMTS haben die Finnen mit an Board gepackt und das Gerät somit zukunftssicher für Videotelefonie und Co. gemacht.

Öffnet man das Slider-Handy, kann man dem N80 eine gewisse Eleganz nicht aberkennen. Die Zahlentastatur macht mit klaren Druckpunkten und ergonomisch geformten Tasten einen ordentlichen Eindruck und lässt kaum Wünsche offen. Nur Benutzer mit großen Pranken werden sich möglicherweise ab und zu verirren und die falsche Taste betätigen. Die oberen Bedienelemente sind schön gestaltet und mit blauer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet. Hier fällt jedoch der mittige Steuerknopf negativ auf, der eine kleine Problemzone beim gleiten durchs Menü darstellt, da man einfach viel zu schnell abrutscht und dann nicht die richtige Richtung erwischt. Über dem grandiosen 35×41 mm großem Screen, der mit 352×416 Pixel aufgelöst ist und somit messerscharfe Bilder liefert und dank transreflektiver Oberfläche auch im Freien gut sichtbar bleibt, befindet sich rechts eine VGA-Frontkamera, die vorwiegend für die Videotelefonie konzipiert wurde. Im linken Eck prangt das N80-Logo, worunter sich eine LED befindet, die im Ruhemodus des Telefons alle vier Sekunden ein blaues Leuchtsignal gibt, welches implizieren soll, dass das Gerät noch an ist – meiner Meinung nach eine wirklich unnötige und auf Dauer nervende Funktion.

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Luxuriöses Design mit noch erstaunlicherem Kern!

Doch nun zu den inneren Werten, die vor allem durch das ausgezeichnete Betriebssystem Symbian OS 9.1 mit S60 3.0 strahlen, wie der hellste Stern am Broadway. Organisationsfetischisten haben mit dem N80 ihr Paradies in der Handywelt gefunden, können sie hier doch wirklich jede Kleinigkeit strukturieren, organisieren und verwalten. Notizen, Aufgaben, Kalender, Geburtstage – die Liste könnte ewig fortgeführt werden!

Das Hauptmenü ist sehr übersichtlich, verlangt jedoch eine Menge Zeit, bis man jede Funktion erkannt und verstanden hat. Insgesamt ist das N80 nichts für den einfachen Benutzer. Hochkomplexe Anwendungen sind möglich und nur wer genug Zeit investiert, wird die Fülle an Möglichkeiten auch nutzen können. Nehmen wir zum Beispiel einmal das Adressbuch. Wo bei anderen Handys ein Eintrag aus Name, Mobil- und Festnetznummer und Email-Adresse besteht, sind beim N80 über 20 verschiedene Details speicherbar, die von Adressen über Homepage, bis hin zum Beruf reichen. Wer möchte, kann sogar vom Telefon eine Ansage des Kontaktnamens generieren lassen und ein Bild zum Kontakt hinzufügen. Das einzige Manko in Sachen Organisation ist der mangelnde Office-Dateien Support, da diese nur betrachtet werden können, man aber nicht selbst in Word und Co. kritzeln kann.

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Freunde der Musik werden mit dem N80 ihre helle Freude haben!

Doch genug vom organisatorischen Schnickschnack und zu dem Teil, der den Großteil von euch am meisten interessieren wird: die Multimediafunktionen! Das N80 bietet eine 3,2 Megapixelkamera, die zwar im Vergleich zum SE K800i keinen echten Blitz bietet, aber dank integrierter Bildbearbeitungssoftware und zahlreichen Einstellmöglichkeiten ebenbürtige Bilder liefern kann. Die maximale Auflösung der Schnappschüsse beträgt 2.048 x 1.536 Pixel, die für kleine Fotoausdrucke durchaus geeignet sind und gute Ergebnisse liefern. Apropos Schnappschuss: die Auslösezeit des N80 ist vorbildlich, da sie im Vergleich zu anderen Handykameras unglaublich fix ist. Das Geheimnis dahinter ist, dass das N80 über keinen Autofokus verfügt, sondern nur einen weitwinkligen Fixfokus bietet. Das hat genannten Vorteil, aber auch einen entscheidenden Nachteil, da die Aufnahmen sehr schnell verwischen und unscharf werden. Mit dem integrierten Bildeditierprogramm kann dieses Malheur aber schnell behoben werden. Videos können mit einer Auflösung von 352×288 Pixel aufgenommen werden – eine eher durchschnittliche Auflösung, die jedoch für Fun-Videos beim Grillabend durchaus ausreichend ist.

Die geschossenen Bilder können in der klar strukturierten und intuitiv gestalteten Galerie angeschaut und bearbeitet werden. Besonders das Scrollen durch die einzelnen Bilder macht dank des tollen Menüdesigns besonders Spaß. Die Bildbearbeitungssoftware lässt zahlreiche Attribute, wie Schärfe und Kontrast verändern und bietet außerdem interessante Funktionen, wie Cliparts und darüber hinaus einen Comicmodus, der die Bilder in Cel-Shading-Motive umwandelt – eine wirklich ulkige Angelegenheit.

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Klick – schon ist der Schnappschuss geglückt!

Neben der Digicam überzeugt aber auch der integrierte Musikplayer, der schon mit den mitgelieferten Kopfhörern guten Klang fabriziert, aber erst mit professionellen Ohrstöpseln sein ganzes Potential entfaltet. Kräftiger Sound, der durch die vorgegebenen Stil-Voreinstellungen angepasst, oder über den Fünf-Band-Equalizer individuell eingestellt werden kann. Bass-Freunde werden sich mit dem N80 sehr schnell anfreunden und den iPod in die Ecke werfen! Unterstützung von ID3-Tags garantiert eine übersichtliche Playlist samt Interpret, Songtitel und Co. Dank miniSD Karten kann man die Speicherkapazität zur Zeit auf bis zu 2GB erhöhen – circa 40 Euro muss man dafür jedoch berappen!

Nachdem der Bärenanteil der Lorbeeren auch von uns bestätigt werden kann, soll auch ein wenig Platz für Kritik übrig sein. Der Akku des N80 ist klipp und klar eine kleine Frechheit. Uns ist bewusst, dass die umfangreichen Funktionen Strom ziehen, aber dass das Gerät bei alltäglicher Nutzung bereits nach zwei bis drei Tagen an den Stromadapter muss, ist dennoch eine Enttäuschung. Auch die Sprechzeit von maximal drei Stunden ist bei einem aktuellen Mobilfunktelefon nicht akzeptabel. Hier hätte Nokia wenigstens einen Zweitakku beilegen können.

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Der Musikplayer ist übersichtlich und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten!

Fazit:
Mit dem N80 ist den Saunafreunden aus dem Norden ein Rundumschlag der Superlative geglückt. Ein (fast) vollendetes Smartphone, mit hervorragender Telefonfunktion, gepaart mit einem sensationellen Multimediaangebot, garantiert dem Nutzer viel Freude und dem Gerät selbst einen festen Platz auf dem Walk of Fame der mobilen Telekommunikationswunder. Die hervorragende 3MP-Kamera und der klangstarke Musikplayer machen das N80 zu einem extravaganten Allroundtalent, welcher jedoch mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 589 Euro auch seinen Preis hat. „See new. Hear new. Feel new.“ lautet das Motto von Nokia und nachdem wir das N80 gesehen, gehört und erlebt haben, könnte man wirklich meinen, dass Nokia mit diesem Fabrikat und der N-Serie allgemein eine neue Ära der Mobilfunkgeräte eingeläutet hat – ein technisch sagenhaftes Prachtexemplar!

View Comments »

  • Uwe tippt. » Video-Mensch gesichtet said:

    [...] Hin und wieder liest und hört man, dass Menschen mit diesen neuartigen Video-Telefonen auch Videotelefonie betreiben können. Doch man sieht niemanden der das in dieser gewünschten Art auch praktiziert. Zumindest ist mir bis heute noch keiner aufgefallen. Da ich in einer Großstadt lebe und doch hin und wieder die Eindrücke eines solchen Knotenpunkts und vieler anderer europäischer Städte einfange, war ich heute eher etwas überrascht, als ich einen italienischen Wiesnbesucher bewusst bei der typisch, prophezeiten Videotelefonie beobachtete…und dabei handelte es sich nicht um einen Gehörlosen. In Anbetracht der heutigen Sichtung gebe ich dieser Technik doch noch ne Chance [...]

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » Nokia N95 – finnische Power in Reinkultur said:

    [...] Nachdem wir erst vor kurzem das Nokia N80 unter die Lupe genommen haben und von der Qualität und Quantität der Features schlichtweg begeistert waren, kommt Nokia schon wieder mit einer Sensationsmeldung an und lässt das Betriebsbloggerherz höher schlagen, die monitorgeschädigten Augen strahlen und verwandelt die grimmige Mimik in ein strahlendes Lächeln. Das N95 kommt und auch dieses Modell der N-Serie verspricht eine echte Wucht im Sektor der Smartphones zu werden. [...]

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