Und nun mal wieder: eBook Reader
Sorry … einer Gelegenheit für schlechte Reime kann ich einfach nicht widerstehen
Ich habe wieder ein paar Infos zu meinem Lieblingsthema – portablen eBook Readern – ausgraben können. Diesmal, so scheint es, hat sich der weltgrößte Bücherladen schlechthin entschieden, selbst einen Reader auf den Markt zu werfen: die Rede ist vom Amazon Kindle. Den Begriff “kindle” kann man sinngemäß etwa mit “anfachen” oder “entzünden” übersetzen – und genau das hat Amazon wohl vor. Mit Services wie dem vor kurzem gelaunchten “Amazon Unbox” will man die Marktpräsenz auch auf rein digitale Medien wie eben eBooks und Videodownloads ausweiten – und mit dem Kindle soll den Kunden nun ein passendes Lesegerät angeboten werden.

Selbst die Geräte in den schlechtesten 70er Science Fiction Filmen waren schöner …
Ohne jemanden beleidigen zu wollen – das Design ist wirklich abartig schlecht. Das Fehlen nahezu jeglicher Ästhetik und die klobige, eckige Form erinnert mich ein wenig an die Unmengen abstrakten, kubistischen Mist, den sogenannte “Designer” und “Architekten” in den siebziger Jahren verbrochen haben. Und an Computer aus Zeiten der Sowjetunion.
Aber wie bei Frauen auch sind es natürlich die inneren Werte, die zählen
Gucken wir uns also mal die Spezifikationen vom Kindle an:
- Display: 6″ diagonal electrophoretic display, 600x 800 pixel resolution, 4-level gray scale
- Size: 134.5mm x 190mm x 18mm
- Weight: 289 Gramm
- Storage: 256 MB internal storage
- Expansion: SD slot for additional storage
- Audio: 3.5mm stereo headphone jack, built-in speaker
- Power: AC power adapter and recheargeable lithium polymer battery
- Connectivity: USB 2.0 (mini-B connector), EVDO/CDMA wireless modem
- Operating Temperature: 0 to 35 degrees centigrade (= Grad Celsius)
- Storage Temperature: -10 to 45 degrees centigrade

… aber auf eine gewisse (perverse) Art und Weise gefällt mir das Design schon wieder.
Mit einer Displaygröße von lediglich 6 Zoll und einer Auflösung von 600 x 800 Pixeln ist der Kindle rein technisch den Readern von Sony und iRex rein technisch hier deutlich unterlegen. Besonders interessant ist hier das “electrophoretic display“. Bei einem kurzen Nachschlagen in der Wikipedia fand ich im englischen Artikel einen Hinweis, dass der Effekt der Elektrophorese unter anderem in den eInk Displays, die im iRex iLiad und im Sony Reader verbaut werden, angewendet wird. Das heißt jetzt nicht automatisch, dass der Amazon Kindle ein eInk Display verwenden wird – höchstwahrscheinlich aber eine vergleichbare Technologie.
Sehr praktisch finde ich die Verwendung von SD Karten zur Speichererweiterung. Angaben über die maximale Kapazität der Speicherkarten konnte ich leider nirgendwo finden. Wer beim Lesen gerne Musik hört, wird sich über die 3,5mm-Stereoklinke (wahrscheinlich aber weniger über den Lautsprecher, bei der Größe habe ich keine hohen Erwartungen) freuen. Am interessantesten dürfte allerdings die Verwendung der EVDO- bzw. CDMA-Standards sein. Ich hatte jetzt nicht den Nerv, mich in die ewig langen Artikel einzulesen, aber wenn ich nach dem gehe, was ich in meiner kurzen Lektüre der Artikel verstanden habe, scheint es sich um hochmoderne Kommunikationsstandards für drahtlosen Datentransfer zu handeln, die bisher nahezu ausschließlich bei modernen Mobiltelefonen verwendet wurden.
Alles in allem kann man wohl sagen, dass Amazon mit dem Kindle eine Menge vorhat – der Reader scheint bei weitem nicht nur als normales Lesegerät konzipiert zu sein.
Wir haben die Story in einem Post bei Engadget aufgegriffen. Die Leute bei Engadget wiederum hatten ihre Informationen von einer FCC Seite, aber dort wurden mittlerweile alle Bilder und Texte entfernt. Stattdessen findet sich dort ein PDF Dokument mit folgenden Text:
To Whom It May Concern:
We would like to request the following application to be dismissed due to problems with confidential exhibits listed on the website and updated exhibits the applicant wishes to provide in place of exhibits that have been submitted for this filing.
This letter has also been submitted under the filing.
Scheinbar sind da Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, die … nun, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Es kann gut sein, dass es sich bei dem Case lediglich um eine Art provisorische Hülle handelt, die man schnell für die Prüfkommission der FCC zusammengeschustert hat. Wie auch immer – wir werden wohl in absehbarer Zeit mehr darüber erfahren.
Wer sich über den Amazon Kindle auf dem Laufenden halten möchte, sollte die Diskussion bei Engadget, bei Gizmodo und bei Digg im Auge behalten.
Ich habe gerade gesehen, dass es im e-Book Devices Forum von mobileread einen bereits fünfseitigen Diskussionsthread über den Amazon Kindle gibt. Einige der Poster dort hatten noch das Glück, die Dateien auf der FCC runterladen zu können – eventuell finden sich dort weitere Informationen.







“Am interessantesten dürfte allerdings die Verwendung der EVDO- bzw. CDMA-Standards sein. Ich hatte jetzt nicht den Nerv, mich in die ewig langen Artikel einzulesen, aber wenn ich nach dem gehe, was ich in meiner kurzen Lektüre der Artikel verstanden habe, scheint es sich um hochmoderne Kommunikationsstandards für drahtlosen Datentransfer zu handeln, die bisher nahezu ausschließlich bei modernen Mobiltelefonen verwendet wurden.”
*lol* oder? Das sind nichts anderes als die Amerikanischen Pendants zu unseren Standards á la GSM, UMTS etc.
Wie gesagt, ich habe mich da nicht weiter reinlesen wollen
Aber wenn das tatsächlich ein entsprechendes Pendant wäre … nun, das wäre irgendwie cool … wie eine Zeitung, die sich selbst zu dir trägt, egal wo du gerade bist …