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Die Bibliothek in der Tasche

26 July 2006 View Comments

Mit Aufkommen des digitalen Zeitalters vergeistigen sich unsere Besitztümer mehr und mehr.

BriefkastenWer früher einen Brief schrieb, wird heute nicht nur aus finanziellen Gründen anstelle dessen lieber zur eMail greifen – 55 Cent zu bezahlen und dann unter Umständen mehrere Tage warten müssen, bis der Brief angekommen ist … verglichen mit einer kostenlosen eMail, die nahezu sofort im Postfach des Empfängers ankommt und im Gegensatz zum Brief nicht erst noch zum Briefkasten gebracht werden muss, sind die Vorteile eines Briefes (zumindest, wenn es in erster Linie um Kommunikation geht) gegenüber denen einer eMail doch vergleichsweise gering.

KISS Konzert - auf dem neuen iPodOder Musik! Fast jeder, der heutzutage einen Computer sein eigen nennt und diesen für private Zwecke nutzt, wird auch eine kleine Musiksammlung auf diesem gespeichert haben. Bei manchen Leuten reichen das Ausmaß dieser Sammlung und die Anzahl der gespeicherten Lieder und Künstler in die Tausende und Zehntausende. Welcher normale Mensch hätte dazu vor dem Computerzeitalter das Geld gehabt, um diese Titel zu erwerben und den Raum, um die Unmengen an Musik zu lagern? Mit modernen mp3-Playern, deren Kapazitäten 20, 30, 60 und mittlerweile sogar 100 Gigabyte umfassen, hat man jederzeit, überall kinderleichten Zugriff auf die Unmengen an Musik, die man so gesammelt hat.

Nicht zu vergessen: die Videos – noch nie war es so leicht, sich seine Videothek in den eigenen vier Wänden zusammenzustellen; und mittlerweile tun auch iTunes und Co ihr bestes, die zahlenden Kunden auch in dieser Hinsicht zu versorgen.

Und mittlerweile scheint das digitale Zeitalter auch bei dem bedeutendsten “klassischen” Wissensträger angekommen zu sein: dem Buch.

Sind die Tage der "klassischen" Bibliotheken gezählt?
Sind die Tage der “klassischen” Bibliotheken gezählt? (Foto vom Leseraum
des britischen Museums in London, gefunden bei flickr.com.)

eBooks im Internet sind jetzt nicht wirklich etwas Neues und man kann schon seit längerer Zeit die Printausgaben z.B. des Spiegels oder der ZEIT als kostenpflichtigen PDF Download beziehen. Es gibt etliche kostenfreie eBook-Archive im Internet (wie etwa das englisch-sprachige Gutenberg project, dessen Träger es sich zur Aufgabe
gemacht haben, Bücher mit abgelaufenen Copyright zu digitalisieren und kostenlos ins Netz zu stellen), zahllose Webcomics bieten neben den regulären Onlineausgaben auch PDF-Ausgaben zum Download an und man kann im Netz etliche kostenfreie Scanlations von japanischen Manga runterladen, die hierzulande ansonsten nie erscheinen würden.

Das ist aber alles nicht wirklich was Neues.

Neu ist hingegen, dass es jetzt hierzulande einen tragbaren eBook Reader gibt, mit dem man diese ganzen Zeitungen, Bücher und Manga auch unterwegs lesen kann. In astreiner Printqualität, auch bei direkten Sonnenlicht und – im Gegensatz zum Lesen von eBooks auf einer PSP oder einem PDA – hält der Akku wesentlich länger als nur zwei oder drei Stunden.

Wir hatten Ende März bereits über derartige Reader berichtet und dabei zwei Geräte von Hanlin, den Sony Reader und den iRex iLiad vorgestellt. Letzterer hat mittlerweile Marktreife erreicht und ist nun in Deutschland und europaweit erhältlich, allerdings für den stolzen Preis von 649.00 €.

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Geeignet zum Koordinieren von Bauaufträgen …

Dafür bietet der iLiad allerdings einiges mehr als seine Konkurrenten: Das Display lässt sich nämlich auch als Touchpad benutzen und man kann mit dem iLiad somit unter anderem Notizen machen und etwa seine Bücher oder Dokumente kommentieren. Das Gerät hat einen Anschluß für andere USB Geräte (etwa Memory Sticks oder mp3 Player) und unterstützt auch MMC und Compact Flash Karten. Darüber hinaus kann man auch ein Ethernet Kabel anschließen oder über Wireless LAN Daten aufspielen – was in gewissen Sinne den Weg für öffentliche Verkaufsstationen für “digitale Printmedien” frei macht.

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… für Schule, Ausbildung und Studium …

Unterstützt werden PDF und HTML sowie die Bildformate PNG, BMP, JPG. Das Umblättern einer Seite dauert etwa zwei Sekunden, abhängig vom darzustellenden Inhalt kann es auch etwas länger dauern. Eine Kopfhörerbuchse zum Musik Hören ist ebenfalls vorhanden. Das Gerät wiegt ca 390 Gramm und hat eine Displaygröße von 122 mal 163 Millimetern, das ist vom Format her etwa mit Din A5 vergleichbar (und ist somit größer als ein ungebundener Standardroman).

Es ist wahrscheinlich noch zu früh, um einen Trend zu prognostizieren oder vorherzusagen, ob sich die Reader hier durchsetzen werden … dazu müßten sie in erster Linie billiger werden und es sollten einfach nutzbare Services wie iTunes vorhanden sein, bei denen man sich mit neuem Büchermaterial eindecken kann – und die Preise dieser eBooks sollten sich in einem akzeptablen Rahmen bewegen; ich würde nie denselben Preis für ein eBook (was sehr wahrscheinlich noch mit DRM durchseucht sein dürfte) wie für die Printausgabe eines Buches bezahlen. Eine solche Plattform hätte außerdem den Vorteil, nicht mehr an die deutsche Buchpreisbindung gekettet zu sein – da stehen Tür und Tor für alternative Verkaufsmodelle offen. Und man könnte so vielleicht an Bücher kommen, die schon seit mehreren Jahren nicht mehr im deutschen Handel zu beziehen sind.

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… oder schlicht und einfach zum Schmökern und Zeitunglesen.

Im Übrigen ist der iLiad natürlich nicht der einzige Reader auf dem Markt. Wer jetzt ernsthaftes Interesse hat, sich ein solches Gerät zuzulegen, sollte auch mal bei der chinesischen Konkurrenz einen Blick vorbeiwerfen und sich die dortigen Reader mal anschauen. Und wer sich über Reader im Allgemeinen informieren möchte – dem sei das entsprechende Forum bei mobileread.com angeraten; dort werden Infos über noch nicht erschienene Geräte zusammengetragen und diejenigen, die bereits einen Reader ihr Eigen nennen, können sich dort austauschen.

Der iLiad sieht schon echt klasse aus und hat ein sattes Leistungsportfolio … aber solange sich sein Preisniveau auf dem einer PS3 bewegt, mach ich mir meine Augen lieber beim eBook Lesen auf meiner alten Flimmerkiste kaputt. Aber vielleicht wird es ja in Zukunft erschwinglichere Geräte geben.

Was haltet Ihr davon? Findet ihr die eBook Reader gut? Schlecht? Überflüssig? Wollt ihr mehr darüber wissen? Ja? Dann ab mit euch in die Kommentare, wir freuen uns auf eine Diskussion mit Euch!

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  • denkbert (author) said:

    Haben die tragbaren eBook Reader eine Zukunft? Wird sich hier ein mit iTunes und Co vergleichbares Verkaufsmodell für eBooks durchsetzen? Oder geht das ganze Konzept den Bach runter? Wir möchten Eure Meinungen dazu hören.

  • Heaven_Prayer said:

    Ich persönlich finde es Klasse! Wieso eigentlich nicht? Bücher gibt es schon über die Jhd. lang, wieso nicht mal ein Wechsel? Ich sehe es schon vor mir, bald lesen dir solche Geräte auch noch das Buch vor ^^
    Genial! 200 Euro wär ein guter Preis (Wenns mehr als 200 sind bleib ich lieber beim Papier)

  • denkbert (author) said:

    200 € wär auch so meine Schmerzgrenze, ein bißchen drüber wär aber auch noch in Ordnung. Die Kollegen von Jinke wollen diesen Sommer (when it’s done ;) ) ihre Hanlin eBooks auf den Markt bringen:
    http://www.jinke.com.cn/compagesql/English/embedpro/
    Wenn ich mir die Seite da so anschau, wird mir echt der Mund wässrig, vor allem, wenn man sich die Preise anguckt: 118 $ bis 349 $ sind in meinen Augen geringfügig bezahlbarer als die 850 $ vom iLiad ….

  • Pocketweblogger said:

    Also ich habe bereits vor einigen Jahren meinen PSION Serie 5 zum lesen von EBooks verwendet. Am Anfang mussten man sich dran gewöhnen, aber dann war es der ideale Reisebegleiter. Die Batterie hielt beim lesen deutlich über zehn Stunden und es konnten PDF, TXT und einige andere Formate angezeigt werden. – Schade dass mein Psion ein Problem mit der Hintergrundbeleuchtung und der Sicherungsbatterie bekam. – Heute verwende ich den Pocketweb zum mobilen Surfen, da kann ich wenigstens Nachrichten lesen, aber längere Texte sind nicht sinnvoll darstellbar – schade eigentlich. Aso ich hoffe ja eher auf eine Angebot in der 100 € – Klasse…

  • denkbert (author) said:

    @Pocketweblogger: Der PSION ist hübsch, aber mir ist auch bei dem Display einfach zu klein, um gescheit Lesen zu können. Man kann sich an das eBooklesen mit PDA oder Smartphone schon durchaus gewöhnen, aber mir sind auch da einfach das Display zu klein. Ich hoffe eben darauf, dass die Reader hierzulande noch zu humaneren Preisen angeboten werden – bei den Hanlin Readern vermutet man da einen Einstiegspreis von 150 US $ (das sind etwa 117 €).

    Lesetipp diesbezüglich:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Papier

    Bin vorhin auf den Wikipedia Artikel gestoßen – in der Liste am Ende des Artikels sind mehrere Fanseiten und Meldungen über eBook Reader verlinkt.

  • Vince said:

    Das ist einfach total klasse! ich will den von iLiad, aber der Preis ist wirklich unter aller sau. So ein Gerät müsste ich unbedingt haben, da es einfach praktisch ist, man kann ja beim iLiad sogar notizen, etc. schreiben, es “spielt” bilder und PNG ab! Das ist für mich schon ein Kaufgrund. Ich warte mal ab und trinke Tee.

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » eBook Reader, diesmal zylindrisch said:

    [...] Den Lesern, die unsere News schon etwas länger verfolgen, ist vielleicht bereits aufgefallen, dass ich mich besonders für eBook-Reader und die eInk Technologie interessiere und dementsprechend auch Informationen sammle. [...]

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » Neues von der e-Reader Front said:

    [...] e-Reader sind wirklich was feines: gestochen scharfes Display, so energieeffizient, dass der Stromverbrauch in umgeblätterten Seiten gemessen wird – und die Möglichkeit, auf einer kleinen Speicherkarte eine halbe Bibliothek unterzubringen, hat durchaus was für sich. Wir hatten auch bereits im März und dann noch einmal im Juli über derartige Reader berichtet. [...]

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » Endlich eine Alternative zum iRex iLiad? said:

    [...] Wer schon seit Ewigkeiten auf einen nutzbaren eBook Reader wartet, aber keine Lust hatte, sein Geld für einen unfertigen iRex iLiad aus dem Fenster zu werfen (für 649.00 € kriegt man ja fast eine Playstation 3 mit Zubehör ), dürfte mit dem mittlerweile erschienenen Sony Reader PRS-500 eine vergleichsweise günstige Alternative geboten bekommen. [...]

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » eBook-Reader: Farbe bekennen! said:

    [...] Bei Gizmodo stieß ich heute in den News auf einen von Fujitsu angekündigten eBook-Reader mit *Trommelwirbel* farbigen Display. Das Gerät scheint -ganz im Gegensatz zu den Readern von Sony, iRex oder Amazon – nicht die eInk Technologie, sondern eine Eigenentwicklung von Fujitsu zu verwenden, die bereits Mitte letzten Jahres vorgestellt wurde. [...]

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » Neues zu den eBook Readern said:

    [...] Bisher war der Markt für eBook Reader mit sogenannten eInk-Displays eher überschaubar. Nachdem iRex mit dem iLiad Reader eher einen Griff ins Klo gemacht hat (sowohl vom Preis als auch von der Softwareausstattung und der Nachlieferung von Patches, Bugfixes und neuer Firmware her) und andere Geräte wie der Reader von Fujitsu oder der Amazon Kindle bisher kaum über einen Prototypstatus hinaus oder zumindest noch ein Weilchen von der Marktreife entfernt sind, hat Sony nun mit seinem PRS-500, besser bekannt als Sony Reader, momentan in den meisten englischsprachigen Ländern ein Quasi-Monopol auf portable, elektronische Lesegeräte. Die Konkurrenz hält sich in Grenzen, viele der aufstrebenden Firmen müssen in den westlichen Märkten erst einmal einen Fuß in die Tür bekommen – wertvolle Zeit, die Sony nutzen sollte, um in einem womöglich bald sehr stark wachsenden Marktsektor viele Kunden an sich zu binden. [...]

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