Weniger Müll dank Pandakot
Der in Zentralchina bekannte Große Panda, auch unter dem Namen Pandabär bekannt, ernährt sich zu 99 % von Bambus. Ausgewachsene Pandas wiegen zwischen 75 und 150 Kilogramm und fressen pro Tag zwischen 9 und 14 Kilogramm Bambus – teils über ein Zehntel ihres eigenen Körpergewichtes. Forscher der japanischen Kitasato University Graduate School of Medical Sciences vermuteten, dass sich im Darmtrakt des Pandas überaus leistungsfähige Bakterien befinden dürften, die den gefressenen Bambus mit einer bis dato ungekannten Effizienz im Darm zerlegen.

Um dem nachzugehen, beschafften sich die Forscher mehrere Proben Pandamist vom Tôkyôter Zoo und untersuchten diese auf Mikroorganismen. Sie konnten etwa 270 verschiedene Mikroorganismen identifizieren und isolierten aus diesen Mikroorganismen insgesamt fünf Bakterienstämme, die selbst unter hohen Temperaturen Proteine und Fette zersetzen konnten.
Um die Leistungsfähigkeit der Bakterien zu testen, mischten sie die Bakterienstämme unter 70 bis 100 Kilogramm Bioabfälle, darunter zerstampfte Kartoffeln sowie Fisch- und Gemüsereste und ließen dieses Gemisch insgesamt 17 Wochen in einer industriellen Entsorgungseinheit vor sich hinkochen. Nach Ablauf dieser Zeit waren nur noch etwa 3 Kilogramm Abfall vorhanden, die Bakterien hatten den Rest in Wasser und Kohlenstoffdioxid zersetzt. In einem weiteren Test wurden insgesamt 24 Kilogramm Gemüse- und Fischreste mit rohen und zerstoßenen Kartoffeln zusammengemischt und für vier Wochen mit den Bakterien behandelt. Nach diesen vier Wochen waren nur noch 0,98 Kilogramm von dem Müll vorhanden, die Bakterien haben hier mit einer Effizienz von 96 % gearbeitet.
Diese Entdeckung (die, das muss man fairerweise sagen, bereits 2001 in einer japanischen Zeitschrift veröffentlicht wurde) ist für die kommerzielle Müllverwertung in Japan insofern von großer Bedeutung, als dass bisherige Entsorgungsanlagen derartigen Biomüll nur mit einer Effizienz von etwa 80 % verwerten konnten. Im Gegensatz zu Europa ist in Japan nicht genug Platz vorhanden, um große Müllhalden anzulegen. Der anfallende Müll wird deshalb in Müllkraftwerken verbrannt oder anderweitig verwertet und entsorgt.
In einem 2003 gegebenen Interview deuteten die Forscher Pläne an, eine Brennstoffzelle zu entwickeln, die den benötigten Treibstoff mithilfe der Bakterienstämme aus Hausmüll extrahieren kann.
Für die Entdeckung der Bakterien und Verwertbarmachung der Bakterien erhielten die Forschen dieses Jahr einen Ignoble Preis.
[ Abstract der Versuchsaufbauten bei Science Links Japan ]
[ via Pink Tentacle ]






