Der Kindle kommt nach Europa
.. aber leider nicht mit deutschen eBooks. Und auch nicht aus Deutschland, bestellen muss man den eReader auf dem amerikanischen Amazon Portal. Die frohe Botschaft, die von so zahlreichen Blogs und Seiten zur momentanen Stunde durchs Netz getragen wird, weist außerdem nicht immer auf die zusätzlichen Kosten hin – wie André Vetter von basicthinking sehr richtig anmerkt, kommen neben den Versandkosten auch noch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer dazu, die den US-Kaufpreis von 279 $ auf effektive 356 $ beziehungs 242 € anheben. Da kommen dann noch unbestimmte Kosten für einen Konverterstecker hinzu, denn das Gerät wird mit einem US-Stecker geliefert und ist damit nicht zu europäischen Steckdosen kompatibel.

Die Ankündigung auf Amazon.de, minus den Großteil
des Marketinggesülzes in der Mitte.
Ich bin unter anderem wegen der vielen Einschränkungen, der geschlossenen Software, dem eBook-DRM, der Totalkontrolle durch Amazon, der unzureichenden Funktionen der Hardware und den viel zu hohen eBook-Preisen kein großer Freund vom Kindle. Bis die deutschen Verlage von Schwachsinn wie dem Heidelberger Appell und Forderungen nach weiteren Leistungsschutzrechten absehen, endlich mal aus ihren Höhlen gekrochen kommen und die digitale Steinzeit verlassen, sprich, sich auf neue Medien und Geschäftsmodelle einlassen und ihre Inhalte online bringen, sollte sich ein auf deutsche Medien geeichter Leser nicht zu sehr in die vielen Reader vergucken, die wir insbesondere auf der Frankfurter Buchmesse zu Gesicht bekommen werden.
Von der großspurig beworbenen “Einführung” eines Readers kann hier mal in keinem Fall die Rede sein, schließlich liegen fast alle mit der Einführung verbundenen Kosten und Mühen auf Seiten der Kunden. Von der Suche nach Adaptersteckern, Probleme mit dem Zoll und eventuellem späteren Ärger bei Garantiefällen mal ganz zu schweigen. Nennen wir die Sache doch beim Namen: Eine dummdreiste Marktsondierung außerhalb der Vereinigten Staaten, komplett finanziert und betrieben von Kunden, die bereit sind, für diese zweifelhafte Ehre auch noch über 50 € mehr rauszuhauen, als sie in den Staaten bezahlt hätten.
Da warte ich doch mal lieber die Frankfurter Buchmesse und die dort zu erwartenden Reader ab, schließlich werden unter anderem mit dem txtr (über den wir Ende August berichtet hatten) weitere Firmen in den noch jungen Markt einsteigen.
Berichterstattung über die Lieferbarkeit des Kindle außerhalb der Vereinigten Staaten:
[ Amazon verkauft Lesegerät Kindle auch in Deutschland @ heise.de ]
[ Amazons Kindle startet am 19. Oktober 2009 in Deutschland @ Golem ]
[ Der Kindle kommt nach Deutschland: Sind die Verlage damit gerettet? @ Basic Thinking Blog ]
[ Kindle now $259, available worldwide with wireless delivery @ Ars Technica ]
[ Weitere Nachrichten zum Kindle @ Google News ]






