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Combots gegen Skype und ICQ

13 July 2006 View Comments

Viel Wirbel gab es in den letzten 3 Jahren um “Combots”. Entstanden aus der WEB.DE AG und ausgestattet mit 516 Mio. Kapitalisierung durch Verkauf des Portalgeschäftes an United Internet, fasste sich das Unternehmen ein ergeiziges Ziel: Eine “Internet Revolution” in der privaten Kommunikation wolle man starten und mit über 100 Mio. Kunden zum Weltmarktführer werden. Heute um 11 Uhr ist das Geheimnis um das mysteriöse Produkt in Karlsruhe gelüftet worden:

combots

Und es ist: ein Mädchen!
(Zumindest, wenn man sich das Maskottchen “Heidi” und die gefühlte Hauptzielgruppe anschaut)
Combots ist eine PC-Software. (Punkt!) Mehr (bisher) aber auch nicht. Sicherlich, der Ansatz kann sich sehen lassen: Ganz einfach soll es sein – mit vielen Bildern, Buttons und wenig Text bringt sie für jeden Freund einen sogenannten “Combot” auf den Desktop, der es ermöglicht:

- E-Mail und Instant-Messaging (wie ICQ)
- IP-Telefonie (wie Skype)
- Filesharing (via Webdrive)

mit dieser Person zu betreiben. Aufgehübscht mit vielen Animationen und Buddy-Icons hat man auch die ICQ Xtras Idee mit dem tZern (Abspielen einer Emotions-Flash-Animation beim Gegenüber) aufgegriffen und weiter ausgebaut.

“Drag & Drop Communication” und “One Click Communication” fallen als Schlagworte und betonen, dass es statt eines Hilfetext kleine Filmchen gibt, die die Benutzung erklären. Statt Einstellungen gibt es “nichts” – Settings und Updates führt das Programm automatisch durch. Desweitern hat man keine eigene Adresse wie eine Email oder ähnliches sondern muss sich über herkömmliche Kommunikationswege Einladungen zur Aufnahme als Kontakt versenden.

combots buddy menu

Keine Werbung – sondern Monatskosten und Jamba Modell
1,99 Euro soll die Nutzung der Software pro Monat kosten, jedoch gewährt man jedem User eine “unbegrenzte Testphase”, wie auch immer diese beiden Aussagen zu vereinen sind, denn über mögliche Einschränkungen in der Benutzung für die Freeware-Version schweigt man sich aus.

Zusätzliches Einkommen verspricht man sich durch den Verkauf von weiteren Buddy-Icons und Emotions-Animationen (je 99 Cent). Hier hat man mit 10 führenden Grafik- und Animationsstudios lange Vorbereitungen getroffen und auch ganz passable Ergebnisse erzielt, die besonders bei der jüngeren Zielgruppe Anklang finden werden.

Viele Fragen bleiben offen:
- Wie werden mobile Geräte (Handys) mit dem Programm interagieren?
- Kann man den User-Vorsprung der Konkurrenz einholen? (Skype 100 Mio. – ICQ 300 Mio.)
- Was macht man, wenn man (wie ich) hunderte Kontakte hat?
- Werden die User tatsächlich bereit sein einen Monatsbeitrag zu zahlen, wo es doch kostenfreie Alternativen gibt?
… um nur einige zu nennen.

Insgesamt also eher alter Wein in flash-animierten Schläuchen und noch eine Menge zu klären wie das mit den Combots weitergehen soll. Die Öffentlichkeit darf sich ab dem 1. September (Präsentation auf der IFA Berlin) am Produkt versuchen.

**UPDATE**

- Die Seite ist pünktlich um 15 Uhr online gegangen, so dass sich jeder mal einen Eindruck verschaffen kann.
- Netter Kommentare mit einigen weiteren Fragestellungen gibts hier
- Der Aktienkurs der Kollegen ist heute zwischenzeitlich um über 12% abgestürzt

View Comments »

  • Basic Thinking Blog » Combots, der Skype Killer? said:

    [...] Das Blog Promago.de hat mehr Infos, es listet die zentralen Features der Combots Software (PC basierende Anwendung): – E-Mail und Instant-Messaging (wie ICQ) – IP-Telefonie (wie Skype) – Filesharing (via Webdrive) [...]

  • blog.50hz.de said:

    ComBOTS: Erstes Fazit…

    So! Raus aus der Gluthölle Karlsruhe. Rein in den kühlen ICE. Leider ist in 25 Minuten diese Wohltat schon wieder rum. Dann heißt es noch 20 Minuten RB fahren.
    Inzwischen schreibe ich einfach einmal holzschnittartig auf, was ich nun &#25…

  • PROMAGO.de Gadgets » Blog Archive » Display-Invasion, ein Nachbericht zur IFA 2006 said:

    [...] Im Laufe der Woche, werden wir noch einige weitere Nachberichte posten – unter anderem zu unseren Gesprächen mit SanDisk und Combots. Eigentlich wollten wir uns auch das Entertaible von Philips näher betrachten – leider hatte das Standpersonal jedoch selber stundenlang mit Bluescreens zu spielen, wie auch auf einem Bild zu sehen ist. “Mami, Mami – das Monopoly ist abgestürzt” – “Nerv’ mich nicht, ich muss grad mein Handy neue booten [...]

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