Die Renaissance der Fahrräder
Sehen wir der Tatsache ins Auge: Normale Fahrräder sind dem Auto in vielerlei Belange unterlegen. Sie gehen in der Regel häufiger kaputt, werden wesentlich öfter bestohlen oder (egal ob unfreiwillig oder mutwillig) beschädigt, sind langsamer, nicht jeder kann aus Gesundheits- oder Ausdauergründen längere Strecken fahren und man kann meistens nicht sonderlich viel mit ihnen transportieren.
Diesen Nachteilen stehen allerdings eine Menge Vorteile gegenüber: Da wären zum einen die wesentlich geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten. Die einzigen Steuern, mit denen Räder belastet werden, sind die Mehrwertsteuern beim Kauf vom Rad und den Ersatzteilen sowie Zubehör. Fahrräder brauchen kein Benzin und man kann die meisten Reparaturarbeiten selbst erledigen, ohne überteuerten Werkstätten das Geld gleich bündelweise in den Rachen zu kippen. Zubehör und Ersatzteile gibt es nahezu überall zu kaufen und Großhändler wie Lidl, Aldi und Tchibo haben saisonweise Reparaturkits und Radlerkleidung im Angebot.
Hinzu kommt, dass viele deutsche Städte immer Fahrradfreundlicher werden und Radfahrstreifen und entsprechende Ampeln einrichten. Man kommt leichter durch den Stadtverkehr und hat weniger Probleme, in der Innenstadt einen Park- beziehungsweise Stellplatz fürs Rad zu finden.

Perfekt für den modernen Stadtmenschen: Das Sports Utility Bike.
Für das Transportproblem hat sich ein amerikanisches Startup namens Xtracycle etwas sehr geschicktes einfallen lassen. Die beiden Jungunternehmer erfanden ein Fahrrad, das ohne Probleme auch schwerere und größere Lasten transportieren kann und trotzdem nicht so häßlich wie etwa die Lastenfahrräder der deutschen Post aussieht. Diese überaus nützlichen Räder tauften sie auf den Namen “Sports Utility Bike“, kurz S.U.B.
Die SUBs sehen im Grunde genommen wie ein normales Fahrrad aus, mit dem kleinen Unterschied, dass sie nach hinten hin etwa 30 bis 40 Zentimeter länger sind und dort anstelle eines schwachen, instabilen Gepäckträgers ein ausgeklügeltes, äußerst belastbares Trägersystem haben. Im Gegensatz zu einer Transportlösung, bei der ein Anhänger verwendet wird, steuert sich ein SUB nicht groß anders als ein normales Fahrrad, wobei man an dieser Stelle anmerken sollte, dass das Fahren mit schweren Lasten gewisser Übung bedarf.

Der Träger hinten am SUB.
Der Träger hat insgesamt drei Flächen, von denen die aus einer beschichteten Schalungsholzplatte besteht (=sehr stabil). Sämtliche drei Flächen sind gesteckt und verschraubt, was bedeutet, dass man sie bei Bedarf schnell und einfach abmontieren kann.
Der Preis
Komplette, startbereite SUBs fangen im Store auf der Xtracycle Website bei 599 $ (ca 514 € laut dem Yahoo Währungsrechner) und reichen bis zu 1.249 $ (ca 917 €). Wenn man bereits ein Fahrrad hat und den Rahmen zu einem SUB konvertieren möchte, kann man, statt sich ein fertiges SUB zu kaufen, auch auf ein Umrüst-Kit zurückgreifen. Diese kosten entweder 224 $ für den einfachen Rahmen oder 399 $ für den Rahmen plus Gepäcktaschen und Transportgerüst. Und dann natürlich die Zeit, um das eigene Rad dann “aufzurüsten”.
Zuletzt noch ein paar Impressionen der SUBs, hübsch in einer mit Zitaten und Musik unterlegten Bildercollage:
Ich würde mir definitiv so ein Teil holen, wenn es nur Händler gäbe, die sowas hier in Schland anbieten würden. Für größere Einkäufe in der Innenstadt oder den Transport unhandlicher Dinge wie Möbel, Badewannen, Freunde, (mehrere) kleine Geschwister etc. könnte es kaum ein besseres und umweltfreundlicheres Transportmittel geben …
[ Links ]
Xtracycle Sports Utility Bike Website
Sports Utility Bicycle Shop
Xtracycles bei Flickr.com






