Halb Bus, halb Bahn
Wie kommt Ihr zu Arbeit, Schule oder Uni? Ich behaupte: Die meisten von Euch nehmen, wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe der genannten Orte wohnen beziehungsweise daheim arbeiten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu Hilfe. Man fährt so zwar meist günstiger als mit dem Auto, nimmt aber gewisse Nachteile in Kauf: Mal sind die Bahnen unpünktlich, mal muss man ewig warten, wenn man eine Bahn verpaßt hat und wenn man außerhalb der Stoßzeiten unterwegs ist, kann es passieren, dass man manchmal mehrere Stunden warten muss.
Sehen wir das Ganze mal aus Sicht der Betriebe: Busse und Bahnen haben Betriebskosten, da müssen Treibstoff, Löhne für die Fahrer, Wartungskosten etc. einkalkuliert werden – und wenn dann in einer Bahn mit ca 150 Plätzen nur vier, fünf einsame Leutchen mitfahren, rentiert sich die Geschichte nicht. Also streicht man die unrentablen Linien größtenteils zusammen.

Die Lösung: Fliegender Wechsel zwischen Straße und Schienensystem?
Straßenbahnen haben gegenüber Bussen den Vorteil, dass sie sich (wenn keine gesonderten Busspuren vorhanden sind) weitestgehend unabhängig vom Verkehr bewegen können und somit nicht nur weniger anfällig für Verspätungen, sondern in der Regel auch schneller sind. Busse können hingegen ganz normal im bereits vorhandenen Straßennetz eingesetzt werden – praktisch, wenn nicht genug Platz für die Konstruktion von Schienen (etwa in einer Altstadt oder an einem Berg) vorhanden ist.
Viele kleinere oder großräumig verteilte Ortschaften kämpfen nun mit dem Problem, dass zwar sowohl Busse als auch ein Schienennetz vorhanden, beide aber selbst zu Stoßzeiten nicht voll ausgelastet sind. Die Betreiber des Schienennetzes in Hokkaido (Japan) entschieden sich, diesem Problem mit einem Transportfahrzeug zu begegnen, das sowohl auf der Straße als auch auf Schienen fahren kann und in der Lage ist, schnell zwischen beiden Transportmöglichkeiten zu wechseln.

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Eine englische Zusammenfassung beschreibt das Fahrzeug als “einen Minibus, der über einfahrbare Räder, die auf konventionellen Eisenbahnschienen verwendet können, verfügt”. Die Fahrzeuge wurden passenderweise als DMVs, Dual Mode Vehicles, bezeichnet. Auf der Seite (bei der es sich lediglich um eine stark gekürzte Übersetzung der Fahrzeugbeschreibung handelt) wird außerdem erwähnt, dass die ersten Testfahrzeuge bereits 2006 einsatzbereit sein sollen – und auf der japanischen Newsseite ‘Nikkei’ wird berichtet, dass der erste Prototyp bereits am 24. November erfolgreich mit 28 Passagieren getestet wurde.
Der Wechsel von Gleisbetrieb zu Fahrbetrieb auf normalen Straßen ist in nur zehn Sekunden bewerkstelligt und wird üblicherweise an Bahnübergängen durchgeführt. Nächstes Jahr sollen bereits die ersten Modelle im öffentlich Verkehr eingesetzt und in der Region haben sich bereits mehrere Interessenten für das Fahrzeug gemeldet.
[ gesehen bei Pink Tentacle ]






